Liebes Tagebuch,

heute ist der 21. Tag hier in der Apokalyptischen Nekrose. Ich erinnere mich nicht an vieles von früher, aber ich glaube das ist die längste Zeit, die ich bis jetzt am Leben war. Die Heerscharen vor den Toren werden immer größer und ich weiß nicht, wie lange wir sie noch aufhalten können. Dank Grolnar haben wir die letzte Nacht gerade so überlebt. Er meinte, dass wir noch schnell ein paar Notfallkonstruktionen errichten und dass die Verbesserungen an unseren Wassergeschütztürmen sie stoppen können. Das hat uns wohl den nochmal den Arsch gerettet. Keiner der geschätzten 2800 Untoten hat unsere Verteidigung überwinden können, obwohl es kurzzeitig echt knapp aussah.

Ich frage mich die ganze Zeit, wo die nur immer herkommen und woher sie wissen, wo wir sind. Besonders helle scheinen sie nicht zu sein. Wir haben uns auch bemüht tagsüber Ihre Reihen zu lichten. Ich habe eine alte AEG-Waschmaschine in der Wüste gefunden und sie zum Wurfgeschoss umfunktioniert. Ich bin so stolz auf mich, denn ich habe ganze acht dieser widerlichen Kreaturen damit umbringen können. “Umbringen” wirkt dabei echt ironisch: Ich glaube ja nicht, dass die wirklich leben. Jedenfalls hoffe ich, dass unsere Streifzüge so erfolgreich bleiben und ihre Anzahl nicht weiter steigt, sonst haben wir bald keine Chance mehr.

So, oder so ähnlich muss man sich fühlen, wenn das Browserspiel, das ich derzeit spiele, Realität wäre. Das Spiel heißt Die Verdammten, was dem Ungläubigen den Titel dieses Eintrages erklären sollte. Es stammt von dem Hersteller Motion-Twin, der für außergewöhnliche Spielkonzepte bekannt ist.

Die Verdammten - Login

OK, ein weiteres Browserspiel unter Vielen wird der Eine oder Andere jetzt sagen, aber weit gefehlt: Dieses Spiel ist nicht wie jedes x-beliebige Andere. Hier ist Kooperation gefragt. So befindet man sich mit 39 Weiteren Spielern in einer Stadt innerhalb einer postapokalyptischen und lebensfeindlichen Umwelt, die weigehend von Zombies bevölkert wird. Diese gilt es Tag für Tag, besser gesagt Nacht für Nacht abzuwehren. Denn zu jeder Mitternachtsstunde erfolgt der Angriff der Horden.

Um den Kooperationscharakter zu forcieren, stehen dem einzelnen Spieler pro Tag nur eine sehr begrenzte Anzahl von Aktionspunkten zur Verfügung (6 pro Person). Mit diesen muss man durch Expeditionen in der Wüste Gegenstände finden, die einem helfen, die Stadtverteidigung zu erhöhen oder es einfach erlauben die Stadt auszubauen, wofür wiederum Aktionspunkte investiert werden müssen. Zusammenhalt ist dabei wichtig, damit alle an einem Strang ziehen um die teilweise absurd wirkenden Projekte, die über 500 dieser Aktionspunkte benötigen errichten zu können.

Die Verdammten - Stadtansicht

Die am Anfang überwältigenden Möglichkeiten, die dieses Spiel bietet, kann man zunächst gar nicht überblicken. Zudem lässt sich Vieles auch nur nach und nach entdecken, was nicht zuletzt dem begrenzten Handlungsspielraum durch die wenigen Aktionspunkte pro Person geschuldet ist. Diese lassen sich aber mit entsprechenden Utensilien, wie Nahrung und Wasser wiederherstellen. Dieses sollte man mindestens alle zwei Tage zu sich nehmen, um nicht zu dehydrieren. Dabei stehen aber der Gemeinschaft nur eine begrenzte Anzahl an Wasserrationen in einem Brunnen zur Verfügung. Weitere Aktionspunktelieferanten sind Drogen oder Alkohol, wobei man von Ersteren abhängig werden kann und Letztere einen Kater verursachen, welcher es verhindert, dass man am nächsten Tag wieder Alkohol zu sich nehmen kann. Auch dieses Maß an Realismus macht dieses Spiel echt faszinierend.

Zum Koordinieren der gemeinschaftlichen Aktionen stehen dabei Foren zur Verfügung. Hier kann und muss diskutiert werden, wie die jedes Mal meist zufällig zusammengewürfelte Gruppe das Überleben so lange wie möglich sichern kann.

Die Verdammten - Foren

Soweit zum kostenlosen Umfang des Spieles. Natürlich möchte der Hersteller auch Geld verdienen. Hierfür gibt es die Helden. Für einen bestimmten Betrag kann man sich eine Handvoll Heldentage kaufen. Helden haben zu den bereits umfangreichen Funktionen des Spiels noch weitere Fähigkeiten. So gibt es verschiedene Berufe, die ein Held ausübt. So kann ein Aufklärer von den Untoten unbemerkt die Wüste durchkämmen, ein Buddler besser Gegenstände im Wüstensand ausfindig machen und ein Wächter sich und seine Mitmenschen gegen mehr Zombies verteidigen. Zudem wachsen die Fähigkeiten eines Helden noch mit der Anzahl der gespielten Heldentage.

Jedoch früher oder später müssen alle sterben. Aber Sterben gehört zum Spiel dazu. Mit der eigenen unsterblichen Seele ist die Reinkarnation in einer neuen Stadt sicher.

Warum schreibe ich hier diesen artfremden Eintrag? Nun, ich habe in den letzen Monaten eine externe Anwendung basierend auf PHP/MySQL und JavaScript/AJAX geschrieben, die mittlerweile die meisten der Verdammten bei Ihrem täglichen Überlebenskampf unterstützt. Es handelt sich um Die verdammte Karte, die hier auf einer Subdomäne bereitgestellt ist. Um sie allerdings betrachten und nutzen zu können, benötigt man ein Konto im Spiel. Und warum man sich mal anmelden sollte, habe ich versucht darzustellen.

Die verdammte Karte - Screenshot

Direkt zum Spiel kann man mit der folgenden Bildverknüpfung gelangen:

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